Ländliche Entwicklung

Bangladesch ist ein Land der Dörfer. Obwohl die Städte täglich weiter wachsen, lebt nach wie vor der Großteil der Bevölkerung in den unzähligen Dörfern des Landes.
Das oberste Ziel unserer beiden Partnerorganisationen ist es, den Menschen in den Dörfern eine Zukunft zu geben, und so die Landflucht zu verhindern. Erreicht wird dieses Ziel durch den Ansatz der »integrierten ländlichen Entwicklung«, d. h. die Menschen werden in verschiedenen Bereichen (siehe unten) parallel gefördert, um eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu erreichen.

Momentan unterstützen wir gemeinsam mit dem Internationalen ländlichen Entwicklungsdienst (ILD) und Misereor in Projekten zur integrierten ländlichen Entwicklung fast 7.000 Familien. Diese Projekte werden mit Geldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Im Rahmen der Projekte erhalten die Familien eine auf ihren Bedarf abgestimmte Beratung, Unterstützung und umfangreiche Trainingsmaßnahmen in den folgenden fünf Bereichen:

1. Einkommen schaffende Maßnahmen
Durch Trainings und die Vergabe von Kleinkrediten werden der Aufbau von Kleinstunternehmen und Aktivitäten in der Landwirtschaft gefördert. Dadurch steigt das Familieneinkommen und es öffnet sich für die Familien ein Weg aus Hunger und Armut.

2. Landwirtschaft
Ziel ist eine Intensivierung und Diversifizierung der Landwirtschaft. Es werden u.a. Demonstrationsfelder angelegt, die Nutztierhaltung gefördert, qualitativ hochwertiges und günstiges Saatgut ausgegeben, Baumpflanzungen sowie die Anlage von Küchengärten gefördert.

3. Gesundheit
Die Gesundheitssituation wird durch den Bau von Brunnen und Latrinen, Schulungen (z.B: zu Hygiene und Ernährung) sowie eine Begleitung Schwangerer und Familien mit kleiner Kinder verbessert. Des Weiteren erhalten Projektteilnehmer bei schweren Erkrankungen eine kostenlose Behandlung durch einen Arzt vor Ort oder im Krankenhaus.

4. Bildung
Durch den Bau von Vorschulen in der Region Raigonj bzw. eine Begleitung der Familien mit Schulkindern durch Hilfslehrer, so genannte »Parateachers«, wird die Schulbildung der Kinder gefördert. Außerdem wird eine mehrmonatige Ausbildung zur Schneiderin angeboten.

5. Frauenförderung
Die Frauenförderung beruht auf zwei Säulen:

1) Durch Verbesserung der Einkommenssituation der Frauen verbessert sich auch deren Stellung in Familie und Gesellschaft.
2) Durch ein Schulungsprogramm, an dem sowohl Frauen als auch Männer teilnehmen, wird Aufklärungsarbeit u.a. in folgenden Bereichen geleistet: Frauenrechte, Konfliktbewältigung, Misshandlung von Frauen, Führungstraining, Problem der Mitgift und der Mädchenheirat.

Die Projekte zur integrierten ländlichen Entwicklung ermöglichen den Menschen ein Leben in Würde. Die Familien können Armut und Hunger überwinden und die Kinder erhalten durch Bildung eine Zukunftsperspektive.

 

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